Jean-Paul Sartre ber die Malerei von Hlne de Beauvoir - anlsslich einer Ausstellung ihrer Werke in Brest, 1975 : "Das Werk, das Hlne de Beauvoir heute ausstellt, ist die Frucht einer langen Suche und Entwicklung. Die Malerin hat schon frh erkannt, dass man die Wirklichkeit verfehlt, wenn man Trugbilder herstellt. Gleichwohl liebt sie die Natur viel zu sehr die Wlder, Grten, Lagunen, Pflanzen, Tiere, den menschlichen Krper -, als dass sie darauf verzichtete, sich von ihnen inspirieren zu lassen. Sie hat ihren Weg gefunden zwischen den vergeblichen Zwngen der Nachahmung und der Drre der reinen Abstraktion. Sie verabscheut das Trompe-l'oeil, die perspektivische Tuschung und ist absichtlich zur Naivitt der sogenannten Primitiven zurckgekehrt, die ihre Welten auf plane Flchen bertragen. Aber in diesem imaginren und von den Gesetzen der Perspektive befreiten Raum wird allein durch die Skizze einer Blume, eines Pferdes, eines Vogels, einer Form die Wirklichkeit evoziert. Aber kaum angedeutet, entzieht sie sich schon wieder dem Betrachter; sie beherrscht die ganze Leinwand, aber sie lst ich dort auf. Ihre Existenz wird entschleiert, aber sogleich wieder geleugnet dank vielfltiger Entsprechungen zwischen den Formen, die einer Anschauung entspringen und denen, die das reine Spiel des Pinsels hervorbringt." In Alice im Wunderland gibt es eine Katze, die sich auflst, aber dem erstaunten Betrachter sein Lcheln hinterlsst; so gehen aus den Gemlden Hlne de Beauvoirs Freude oder Angst in Bildern, deren Konturen gar nicht gezogen sind, mit greifbarer Evidenz hervor. Nichts ist willkrlich in diesen Kompositionen, in denen sich Form und Inhalt, Erfindung und Erinnerung gegenseitig durchdringen und bestimmen. Jedoch wird diese Strenge von einer heiteren ppigkeit durchdrungen. Jenseits ihrer selbst geschaffenen Konventionen gibt sich die Knstlerin ohne Zwang der Lust am Malen hin: Deshalb vermag ihr Werk zu berzeugen und zu bezaubern. Aber man muss erst hinter die scheinbare Leichtigkeit schauen. Denn geradeso wie in einem Gedicht die Worte nur dazu da sind, das Verschweigen zu umschlieen und dem Leser zu berantworten, was sie nicht sagen, so sind bei Hlne de Beauvoir die Farben und Formen nur die Kehrseite der Abwesenheit einer Welt, die die Malerin ins Leben ruft, indem sie sie nicht darstellt.Quelle: Ausstellungskatalog Brest 1975, bersetzung Dr. Koch
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